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Gender Pay Gap15. März 20265 Min. Lesezeit

Gender Pay Gap Bericht erstellen: Schritt-fuer-Schritt-Anleitung

So erstellen Sie einen rechtskonformen Gender Pay Gap Bericht nach der EU-Entgelttransparenzrichtlinie. Mit Praxisbeispielen und Checkliste.

Warum ein Gender Pay Gap Bericht Pflicht wird

Ab Juni 2026 verpflichtet die EU-Entgelttransparenzrichtlinie Unternehmen mit mehr als 100 Beschaeftigten zur regelmaessigen Berichterstattung ueber das geschlechtsspezifische Entgeltgefaelle. Der Bericht muss bestimmte Kennzahlen enthalten und an die zustaendige Aufsichtsbehoerde uebermittelt werden.

Dieser Leitfaden orientiert sich an den Anforderungen der Richtlinie 2023/970. Die genauen nationalen Umsetzungsdetails koennen nach Verabschiedung des deutschen Umsetzungsgesetzes abweichen.

Schritt 1: Daten sammeln und aufbereiten

Fuer den Bericht benoetigen Sie folgende Daten aus Ihrem HR-System:

  • Grundgehalt aller Beschaeftigten (Vollzeitaequivalent)
  • Variable Verguetung: Boni, Praemien, Zulagen, Sachleistungen
  • Geschlecht jeder Person
  • Stellenbezeichnung und Eingruppierung
  • Arbeitszeit (Vollzeit/Teilzeit-Faktor)
  • Betriebszugehoerigkeit und relevante Qualifikationen

Achten Sie auf den Datenschutz: Personenbezogene Daten muessen pseudonymisiert verarbeitet werden. Bei weniger als 6 Personen eines Geschlechts in einer Gruppe greifen zusaetzliche Datenschutzregeln.

Schritt 2: Verguetungsgruppen bilden

Die Richtlinie verlangt die Analyse nach Kategorien gleichwertiger Arbeit. Die Kriterien nach Art. 4 sind:

  1. Kompetenzen: Ausbildung, Berufserfahrung, Faehigkeiten
  2. Belastungen: Koerperliche und psychische Anforderungen
  3. Verantwortung: Fuehrungs- und Budgetverantwortung
  4. Arbeitsbedingungen: Arbeitsumfeld, Schichtarbeit, Reisetaetigkeit

Bestehende Tarifstrukturen koennen als Ausgangspunkt dienen, muessen aber anhand der vier Kriterien ueberprueft werden.

Schritt 3: Kennzahlen berechnen

Der Bericht muss mindestens folgende Kennzahlen enthalten:

Entgeltgefaelle (Mittelwert)

Das durchschnittliche Entgeltgefaelle berechnet sich als:

Gefaelle = (Durchschnitt maennlich - Durchschnitt weiblich) / Durchschnitt maennlich x 100

Entgeltgefaelle (Median)

Der Median ist robuster gegenueber Ausreissern und wird zusaetzlich berichtet.

Variable Verguetung

Getrennte Berechnung fuer alle variablen Verguetungsbestandteile (Boni, Praemien, etc.).

Entgeltquartile

Aufteilung aller Beschaeftigten in vier gleich grosse Gruppen nach Entgelthoehe, jeweils mit Geschlechterverteilung.

Schritt 4: Bericht erstellen und einreichen

Der fertige Bericht muss:

  • Alle vorgeschriebenen Kennzahlen enthalten
  • Nach Verguetungsgruppen aufgeschluesselt sein
  • An die zustaendige nationale Behoerde uebermittelt werden
  • Den Beschaeftigten und der Arbeitnehmervertretung zugaenglich gemacht werden

Schritt 5: Massnahmen ableiten

Liegt das Gefaelle in einer Kategorie ueber 5 % und kann nicht durch objektive, geschlechtsneutrale Kriterien erklaert werden, muessen Sie:

  1. Eine gemeinsame Entgeltbewertung mit dem Betriebsrat durchfuehren
  2. Die Ursachen analysieren
  3. Einen Massnahmenplan zur Beseitigung entwickeln

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Haeufige Fehler vermeiden

  • Unvollstaendige Daten: Stellen Sie sicher, dass alle Verguetungsbestandteile erfasst sind
  • Falsche Gruppen: Verguetungsgruppen muessen die tatsaechliche Gleichwertigkeit der Arbeit widerspiegeln
  • Fehlende Pseudonymisierung: Individuelle Gehaelter duerfen im Bericht nicht erkennbar sein
  • Verspaetete Einreichung: Planen Sie genuegend Vorlaufzeit fuer Datenerhebung und Analyse ein