Gemeinsame Entgeltbewertung
Ein verpflichtendes Verfahren zur Analyse und Beseitigung von Entgeltunterschieden ueber 5 %, durchgefuehrt gemeinsam mit der Arbeitnehmervertretung.
Definition
Die gemeinsame Entgeltbewertung (Joint Pay Assessment) ist ein in Art. 10 der EU-Entgelttransparenzrichtlinie vorgesehenes Verfahren. Es wird ausgeloest, wenn das geschlechtsspezifische Entgeltgefaelle in einer Verguetungsgruppe mehr als 5 % betraegt und nicht durch objektive, geschlechtsneutrale Faktoren erklaert werden kann.
Ausloeser
Die gemeinsame Entgeltbewertung ist verpflichtend, wenn:
- Das Entgeltgefaelle in einer Kategorie 5 % uebersteigt und
- Der Arbeitgeber das Gefaelle nicht durch objektive, geschlechtsneutrale Faktoren rechtfertigen kann und
- Das Gefaelle nicht innerhalb von 6 Monaten nach dem Entgeltbericht behoben wurde
Durchfuehrung
Die Bewertung wird gemeinsam mit der Arbeitnehmervertretung (Betriebsrat) durchgefuehrt und umfasst:
- Analyse der Ursachen des Entgeltgefaelles
- Entwicklung von Massnahmen zur Beseitigung
- Festlegung eines Zeitplans fuer die Umsetzung
- Ueberwachung der Wirksamkeit der Massnahmen
Ergebnis
Am Ende steht ein dokumentierter Massnahmenplan mit konkreten Schritten zur Schliessung der Entgeltluecke. Dieser muss umgesetzt und die Wirksamkeit ueberprueft werden.